Das Modellprojekt hat in enger Kooperation mit 12 Kindertageseinrichtungen (je 4 aus den beteiligten Bundesländern und in sehr unterschiedlicher Trägerschaft) und mit Multiplikatorengruppen (u.a. BeraterInnen, TrägervertreterInnen, Fachschuldozentinnen) einen Vorschlag für die Interpretation des Bildungsbegriffs für den Vorschulbereich erarbeitet. Die Projektarbeit stützte sich sowohl auf die aktuelle Bildungsdiskussion und ihre Vorläufer als auch auf die Arbeitsergebnisse u.a. der neurobiologischen Forschung und der Entwicklungspsychologie. Bildung wird grundsätzlich als Aktivität des Kindes interpretiert, dessen "Aneignung von Welt" im Humboldt'schen Sinn mit Argumenten aus der Hirnforschung und der Entwicklungspsychologie konkretisiert wurde. Bildung wird als von Geburt andauernder Prozess der Konstruktion einer zweiten Realitätsebene in Kopf und Körper des Kindes verstanden, der durch Erziehung unterstützt und herausgefordert werden muss. Erziehung wird dabei als notwendige komplementäre Aktivität von für das Kind relevanten Erwachsenen begriffen, die, wenn sie auf Bildung zielt, zwei grundlegende Formen annehmen kann: Die der Gestaltung der Umwelt des Kindes und die der Gestaltung der Interaktionen mit dem Kind.
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